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Juli 11

Barrierefreiheit auf Websites: Warum du dich jetzt mit dem Thema beschäftigen solltest

In über 20 Jahren Webdesign habe ich viele Veränderungen im Internet begleitet. Was früher eine einfache digitale Visitenkarte war, ist heute ein zentraler Bestandteil eines Unternehmens. Eine Website muss nicht nur gut aussehen, sondern Vertrauen schaffen, Informationen verständlich vermitteln und für die Besucher*innen einfach nutzbar sein.

Ein Thema, das dabei in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus gerückt ist, ist die Barrierefreiheit. Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Damit gelten erstmals konkrete gesetzliche Anforderungen an die digitale Barrierefreiheit für bestimmte Produkte und Dienstleistungen. Viele Unternehmer*innen fragen sich deshalb gerade: Betrifft mich das überhaupt? Muss ich meine Website anpassen? Und was bedeutet Barrierefreiheit eigentlich konkret? Genau darum geht es in diesem Artikel.

Ich möchte dir zeigen, für wen die neuen gesetzlichen Regelungen gelten, welche Anforderungen eine barrierearme Website erfüllen sollte und warum das Thema auch unabhängig von einer gesetzlichen Verpflichtung für jedes Unternehmen relevant ist. Denn eine gute Website sollte nicht nur für einen Teil der Menschen funktionieren. Sie sollte möglichst vielen Besucher*innen einen einfachen Zugang zu deinen Inhalten und Angeboten ermöglichen.

Für wen gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz?

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) ist seit dem 28. Juni 2025 in Kraft und verpflichtet bestimmte Unternehmen dazu, ihre digitalen Angebote barrierefrei zugänglich zu machen. Wichtig ist dabei: Nicht jede Unternehmenswebsite ist automatisch betroffen. Die Regelungen richten sich vor allem an Unternehmen, die bestimmte digitale Produkte oder Dienstleistungen für Verbraucher*innen anbieten. Dazu gehören beispielsweise:

  • Online-Shops und Angebote des elektronischen Geschäftsverkehrs
  • digitale Buchungs- und Bezahlsysteme
  • bestimmte elektronische Dienstleistungen
  • digitale Angebote in Bereichen wie Banken, Telekommunikation oder Personenbeförderung

Eine klassische Website, die hauptsächlich über ein Unternehmen, eine Dienstleistung oder ein Angebot informiert, fällt nicht automatisch unter diese gesetzlichen Anforderungen. Trotzdem ist Barrierefreiheit ein Thema, mit dem sich jedes Unternehmen beschäftigen sollte. Denn die Anforderungen an gute Websites verändern sich. Nutzer*innen erwarten heute digitale Angebote, die einfach verständlich und angenehm zu bedienen sind.

Und genau hier liegt auch die Chance: Viele Maßnahmen, die eine Website barriereärmer machen, verbessern gleichzeitig die gesamte Nutzererfahrung.

Was bedeutet Barrierefreiheit bei einer Website eigentlich?

Barrierefreiheit bedeutet, dass möglichst viele Menschen eine Website nutzen können, unabhängig davon, welche persönlichen Voraussetzungen sie mitbringen. Dazu gehören beispielsweise Menschen mit Sehbehinderungen, eingeschränktem Farbsehen, motorischen Einschränkungen oder Schwierigkeiten beim Lesen und Verstehen von komplexen Inhalten.

Aber Barrierefreiheit betrifft nicht nur Menschen mit dauerhaften Einschränkungen. Vielleicht kennst du solche Situationen selbst:

  • Du versuchst, eine Website auf dem Smartphone bei starkem Sonnenlicht zu lesen.
  • Du bist unterwegs und möchtest schnell eine Information finden.
  • Du besuchst eine Website, die sehr viele Informationen enthält und du weißt nicht, wo du anfangen sollst.

Eine Website mit guter Struktur, verständlichen Texten und klarer Navigation hilft in all diesen Situationen. Barrierefreiheit bedeutet deshalb nicht, dass Websites weniger kreativ oder weniger individuell sein müssen. Im Gegenteil. Eine durchdachte Gestaltung sorgt dafür, dass deine Inhalte bei mehr Menschen ankommen.

Welche Kriterien sollte eine barrierearme Website erfüllen?

Bei der Entwicklung barrierearmer Websites orientiert man sich häufig an den internationalen Standards der WCAG (Web Content Accessibility Guidelines). Dabei geht es vor allem um vier Bereiche:

Inhalte müssen gut zugänglich sein
Inhalte müssen so gestaltet sein, dass Menschen sie erfassen können. Dazu gehören beispielsweise ausreichende Farbkontraste, gut lesbare Schriftgrößen und Alternativtexte für Bilder.

Die Website sollte einfach bedienbar sein
Eine Website sollte einfach zu bedienen sein. Wichtige Funktionen sollten nicht nur mit der Maus erreichbar sein, sondern beispielsweise auch über die Tastatur.

Inhalte sollten verständlich sein
Besucher*innen sollten schnell verstehen, wie eine Website funktioniert und welche Informationen sie finden. Eine klare Navigation, verständliche Texte und eindeutige Buttons spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die Website sollte technisch zuverlässig funktionieren
Eine Website sollte technisch sauber aufgebaut sein und mit unterschiedlichen Geräten und Hilfsmitteln funktionieren.

Warum Barrierefreiheit auch für SEO wichtig ist

Was viele nicht wissen: Barrierefreiheit und Suchmaschinenoptimierung haben viele Gemeinsamkeiten. Eine Website, die für Menschen gut funktioniert, ist häufig auch für Suchmaschinen besser verständlich.

Klare Überschriften helfen nicht nur Besucher*innen bei der Orientierung, sondern zeigen auch Google die Struktur deiner Inhalte. Gut geschriebene Texte mit klarer Sprache sorgen dafür, dass Menschen schneller verstehen, worum es auf deiner Website geht. Alt-Texte für Bilder helfen Menschen, die Screenreader nutzen, und geben Suchmaschinen zusätzliche Informationen über den Bildinhalt. Eine technisch gut aufgebaute Website mit schnellen Ladezeiten und guter mobiler Nutzung verbessert ebenfalls die Nutzererfahrung.

Barrierefreiheit ist deshalb kein Gegenspieler von SEO, denn viele Optimierungen zahlen auf beide Bereiche ein.

Barrierefreiheit gehört zu einer zukunftsfähigen Website

Webstandards entwickeln sich ständig weiter. Was vor einigen Jahren noch optional war, gehört heute zu den Grundlagen einer professionellen Website. Mobile Optimierung, Datenschutz oder schnelle Ladezeiten sind gute Beispiele dafür.

Barrierefreiheit bewegt sich in eine ähnliche Richtung. Es geht nicht nur darum, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Es geht darum, eine Website zu schaffen, die professionell, verständlich und für möglichst viele Menschen nutzbar ist.

Aus meiner Erfahrung der letzten 20 Jahre weiß ich: Die besten Websites sind nicht die, die nur gut aussehen. Sie sind die, die Menschen abholen, Orientierung geben und eine einfache Verbindung zwischen Unternehmen und Kund*innen schaffen. Barrierefreiheit ist deshalb kein zusätzlicher Baustein, den man irgendwann ergänzt. Sie ist ein wichtiger Teil einer durchdachten Website-Strategie und ein Zeichen dafür, dass du deine Besucher*innen ernst nimmst.

Du möchtest wissen, wie barrierefrei deine Website bereits ist?

Ich unterstütze dich dabei, deine Website zu prüfen und herauszufinden, welche Verbesserungen sinnvoll sind. Wenn du wissen möchtest, welche nächsten Schritte für deine Website sinnvoll sind, melde dich gerne bei mir.

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Über diesen Blog

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